Archiv der Kategorie 'Filme'

Declassified

Datum: 4. März 2010 | Kategorie: Bunker/Prävention,Dokumente und Geschichte,Filme

Wer sie noch einmal alle sehen möchte: Auf YouTube existieren einige Playlisten mit “Declassified  Nuclear Test Films” von der US Army und dem Civil Defense Departement. Die mit 73 Filmen umfangreichste Sammlung findet sich hier.

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Mutation und Regression

Datum: 22. Februar 2010 | Kategorie: Filme

“‘Mad Max’ trifft auf ‘Dawn of the Dead’” heißt es auf dem Klappentext des DVD-Covers, und wenn ein Film schon über Vergleiche zu großen Vorbildern beschrieben wird, hat man meist allen Grund misstrauisch zu sein. Umso verwunderter wird man sich vielleicht zeigen, wenn man sich dann den Prolog dieses angeblichen Mad-Max-Zombie-Amalgams ansieht: “Mutant Chronicles” zeichnet eine beeindruckende Dystopie, die sich als Mischung von Gestern, Heute und Morgen zeigt, wie man sie beinahe nur aus ost-asiatischen Genrefilmen kennt.

Mehr: F.LM

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I can’t get no (Desinfection)

Datum: 21. Februar 2010 | Kategorie: Filme

Carriers (USA 2009, Alex Pastior/David Pastior): Ein paar junge Menschen auf einem Road Trip, der Kühler des Daimler verziert mit einem Graffito: “Road Warrior”. Als sie auf eine Straßensperre in Form eines quergestellten Jeeps treffen, ist dem Zuschauer noch nicht klar, was hier passiert, bis die Blicke der vier Protagonisten im Jeep ein Mädchen mit einem blutigen Mundschutz erspähen. Schlagartig wird die Situation erläutert: Es handelt sich um keinen regulären Road Trip, es ist eine Flucht vor einer globalen Seuche – der Jeep wurde vom Vater des infizierten Mädchens platziert, um zu einer vermeintlich rettenden Quarantänestation zu gelangen.

Doch die Regeln der Gruppe sind klar: Es gibt keine Hoffnung, etwas gegen die Seuche zu tun – die Infizierten sind bereits tot. Es entwickelt sich ein teils vorhersehbares Spiel mit verheimlichten Infektionen, Sorge um sich selbst, amoralischen Entscheidungen – das aber zumindest zu Beginn erfrischend streng mit dem Sujet Infektion umgeht: Die mit lustig verzierten Mundschützen versehenen Akteure führen immer große Mengen Desinfektionsmittel mit sich, um sich nicht an Mensch und Material zu infizieren.  Nice try, though.

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Eine Bibel fürs Regal

Datum: 20. Februar 2010 | Kategorie: Filme

In den vergangenen Jahren geht die Welt im Kino mit immer größerem Aufwand unter. Filme wie Roland Emmerichs „2012“ oder demnächst der lang erwartete „The Road“ von John Hillcoat entwerfen Szenarien, in denen die Menschheit zum größten Teil vom Erdboden verschwindet – verbinden damit jedoch immer auch eine moralische oder häufiger sogar religiöse Agenda, nach der diejenigen, die übrig bleiben, „bessere Menschen“ werden sollen, die aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Der Tiefpunkt dieser Entwicklung findet sich in der christofaschistischen Utopie des „Left Behind“-Zyklus, der auch schon einige Filmadaptionen erfahren hat. „The Book of Eli“ von den Hughes-Brothers greift gleich mehrere filmhistorische Traditionen auf, liefert aber gleichzeitig eine beruhigende Entkrampfung des religiösen Backlashs, der in vielen dieser Filme zuletzt angeklungen war … auch wenn es zunächst ganz anders scheint.

mehr: F.LM

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Die überlebenden Toten

Datum: 15. Februar 2010 | Kategorie: Filme

Survival of the Dead (USA 2009, George A. Romero) (PV Hackesche Höfe)

Die Philosophie von Seamus ist es, die Zombies, die auf seiner Insel herum laufen, nicht mehr abzuknallen, sondern sie einzufangen und zu warten, bis ein Heilmittel gegen die Seuche entdeckt wird – oder sie zu resozialisieren. Zu letzterem Zweck kettet er beispielsweise einen Zombie-Postboten an einem Briefkasten an und dieser steckt dann immer wieder denselben Brief in den Briefkasten, nimmt ihn wieder heraus, geht zu seiner Tasche, wieder zurück zu Briefkasten, steckt den Brief wieder hinein usw.

Man kann sich aufgrund der Tatsache, dass “Survival of the Dead” so überaus ideenarm, langweilig und schon 1000 mal dagewesen ist, des Verdachtes nicht erwähren, Romero könnte selbst mittlerweile zu einem Zombie geworden sein; und zwar einem, der, bis ein Heilmittel gefunden ist, gezwungen wird, immer und immer wieder denselben Film zu drehen. Vielleicht liegt hat aber das Sujet das Medium infiziert, sodass seine mittlerweile 42 Jahre alte Idee nicht sterben kann? Zu empfehlen wäre Romero dann, ihr vielleicht mal einen symbolischen Kopfschuss zu verpassen.

Witzig war dann aber doch die reitende Zombie-Frau, weil sie in Erinnerung gerufen hat, dass es einmal Zeiten gab, in denen das Konzept wirklich noch obskure, neue Ideen zutage gefördert hat. Wahrscheinlich wird man einem Zombiefilm-Fan aber kaum von Romeros neuem Film ab- und zu einer Neusichtung von Amando de Ossoris “Reitende Leichen”-Filme zuraten können. Man kann ihn nur darauf hinweisen, dass er sich beim Gang ins Kino selbst in einen von Seamus’ gezähmten Zombies verwandelt, der immer und immer wieder dasselbe tut.

zuerst: SimulationsRaum

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Double tap!

Datum: 14. Februar 2010 | Kategorie: Filme

In Amerika schon erhältlich, hier müssen wir leider (zumindest auf die deutsche Version) noch ein paar Tage warten – Zombieland (USA 2009, Ruben Fleischer) überzeugt auf voller Linie in der Sparte “Funny Zombie Apocalypse Handling” a la Brooks. Mehr dazu, wenn die deutsche Version hier aufschlägt!

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Call for Papers – NECS

Datum: 29. Januar 2010 | Kategorie: Allgemein,CFPs,Filme

Leider ein wenig kurzfristig, aber thematisch vielleicht zu beobachen.

http://www.necs-initiative.org/

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Homo homini lupus

Datum: 10. Januar 2010 | Kategorie: Filme

Aus gegebenem Anlass – dem Start von “The Road” in GB, im Mai dann auch endlich in DE – habe ich heute Wolfzeit ( Frankreich/Austria/Deutschland 2003, Michael Haneke, im Original: Le Temps de Loup) angeschaut und möchte aus Sicht meines kommenden Sammelbandbeitrags zur “Ethik der Straße” (im ersten postapocalypse.de-Sammelband!) noch etwas dazu sagen (auch wenn Stefan natürlich Erst0r war, das soll nicht unerwähnt bleiben – der Tipp, “The Road” und “Wolfzeit” kurzzuschließen, kam auch von ihm).

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“Auf Du und Du mit dem jüngsten Tag”

Datum: 9. Januar 2010 | Kategorie: Filme

Die britischen Civil Defense-Bemühungen des späten kalten Krieges greift Wenn der Wind weht (UK 1986, Jimmy T. Murakami, basierend auf dem Comic von Raymond Briggs) auf zugleich herzergreifend-idyllische und zugleich realistisch-brutale Weise auf: Der zum größten Teil mit Zeichentricktechnik erstellte Film (insbesondere die Figuren und die idyllischen/Traumsequenzen), aber auch mit Stop-Motion geschossenen Realbildern versehene Film spielt im ländlichen Sussex, wo ein älteres Paar – Jim und Hilda Bloggs – seinen Alltag verlebt.

Wind1

Als jedoch das Radio eine Atomkriegswarnung ausgibt, beginnt der WWII-erfahrene Jim mit dem Bau eines provisorischen Schutzraums, wobei er einer Broschüre der Regierung (“Überleben leicht gemacht”)  bzw. des Landes benutzt. Seine Frau, Hilda, will von Krieg gar nichts wissen und kümmert sich weiter um den Haushalt – beide, kann man sagen, sind äußerst naiv und erwarten allerhöchstens eine Störung ihres normalen Lebens, wie sie es aus dem zweiten Weltkrieg kennen.

Wind2

Als es tatsächlich zum Atomangriff kommt und auch die ländliche Gegend die Druckwelle zu spüren bekommt (hier wird das anfängliche Bild der ländlichen Idylle mit einer Windmühle mutwillig zerstört und auch die “Wind”-Metapher auf die atomare Druckwelle erweitert), verweilen die beiden alten Leute in ihrem Verschlag und versuchen sich die Zeit u. a. mit dem Lesen weiterer Broschüren (“Auf Du und Du mit dem jüngsten Tag”" und Tagträumen über die Vergangenheit (darunter auch Phantasien Jims, die Deutschen (eine Fehlleistung, wie er gestehen muss), nein, den Russen einzuheizen). Obwohl Jim mit den Broschüren wichtiges Informationsmaterial zur Verfügung hat, begreifen beide in ihrer liebevollen Naivität die Lage nicht bzw. wollen diese nicht begreifen. So erscheint es drollig, dass beide immer noch auf die Zeitung warten, spätestens aber, als es auch auf dem Lande nach “Grillfleisch” zu riechen beginnt und beide an der Strahlenkrankheit erkranken (da sie unvorsichtigerweise das Regenwasser auffangen und trinken), ist dem Zuschauer klar, dass sich die Idylle nicht mehr sprachlich aufrechterhalten lassen kann. Filmisch gewinnen hier die düsteren Realbilder die fast die Oberhand, die die Realität, die Zerstörung nach dem Atomangriff zeigen.

Wind3

Beide bekommen ernste Symptome, der Wasservorrat ist erschöpft – es bleibt beiden nur noch, wie die Broschüre empfiehlt, die Dokumente zusammenzupacken und sich in die Sicherheit eines Kartoffelsacks zu begeben. Am Ende hört man die beiden aus ihrer selbst eingerichteten und staatlich verordneten Leichenkammer noch ein Gebet sprechen.

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“Die Gesunden sind jetzt krank”

Datum: 6. Januar 2010 | Kategorie: Filme

Auf ZDF Theater lief vor einiger Zeit Die Hamburger Krankheit (Deutschland 1979, Peter Fleischmann), die Aufnahme konnte ich mir jetzt einmal anschauen. Rätselhafte Todesfälle, die die Opfer in Fötushaltung zurücklassen, breiten sich in Hamburg aus.

HamburgerKrankheit1

Das Setting mischt verschiedenen Milieus, beginnt mit der Akademie, die sich mit Versuchen zur Lebensverlängerung beschäftigt, und steigt hinab bis in den Kiez, auf dem dildoverkaufende, gehbehinderte Zwerge und Würstchenverkäufer durch die Seuche zusammenfinden. Die Seuche macht letztendlich alle gleich und bildet eine sich ständig transformierende Gruppe (in mehrerlei Hinsicht), die versucht, erst aus dem Auffang-/Quarantänelager und später aus Hamburg zu entfliehen (und zwar nach Lüneburg, offensichtlich das Pendant zu Kanada bei Hollywoodfilmen). Diverse Anspielungen auf den totalitären Polizeistaat Deutschland und die anarchische Linke dürfen natürlich nicht fehlen, während die Truppe (zu Beginn bestehend aus dem gelehrten und sportiven Professor, der Schönen, dem schlauen Zwerg, dem Wurstverkäufer-”Riesenbaby” (bei den beiden denkt man sofort an MasterBlaster aus MadMax 3)) ihren Weg hinaus findet und zugleich dem Ursprung der Seuche auf den Grund geht: Offensichtlich hat der Professor die Ahnung, dass die Tierversuche, an denen er beteiligt war, einen ähnlichen Krankheitsverlauf hatten – der Ursprung geht nicht auf äußere Ursachen zurück, sondern auf einen gestörten Adrenalinabbau, der durch “Gemütsgründe” verstärkt werden kann. Wer hier an “Rage” (28 Days later) denkt, denkt sicher nicht falsch, tatsächlich führt die (Zwangs-)Impfaktion der Polizei dazu, dass die Geimpften sich gegenseitig umbringen.

HamburgerKrankheit2

Der Film artet dann ab der Hälfte in eine Art Freakspektakel bzw. Totentanz aus, bei dem zusehends stärkere Gegensätze aufeinanderprallen – Biedere Lokalpolitiker, die sich über die natürliche Auslese und weniger Arbeitslose freuen (!) vs. Transsexuelle, nackte Haut vs. vermummte (!) und in Schutzanzügen versteckte Menschen, Stadt vs. Land, Aufbruch in die Zukunft vs. Rückkehr in die Vergangenheit. Und am Ende wird gejodelt – wer es erträgt, sollte es sich anschauen!

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