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Kid of Speed

Datum: 10. November 2008 | Kategorie: Allgemein

Ich kannte den Hype um die ominöse Seite kiddofspeed schon, bin aber nun nochmal durch WeHype.com darauf gestoßen:

Die Ukrainerin Elena Filatova zeigt auf ihrer Seite mit dem interessanten Schreibfehler Fotos aus dem Sperrgebiet rund um Tschernobyl. Um diese Bilder spannt sich eine Geschichte mehrerer Motorradtouren, bei denen die Bilder entstanden sein sollten. Sie sei im Jahr 2003 alleine mit ihrer Maschine durch die Ödlandschaft gefahren und habe diese dokumentiert. Ihr Anzug hätte sie vor der Strahlung geschützt. Mit Duschen hätte sie ihn gereinigt.
Diese Geschichte verbreitete sich schnell im Netz. Motorrad-Fans und Tschernobyl-Interessierte waren begeistert von Filatovas Beschreibungen. Kaum verwunderlich also, dass auch die Presse auf ihre Seite mit den beeindruckenden Amateuraufnahmen aufmerksam wurde und so die Seite noch bekannter machte. Bei WeHype heißt es, dass bald darauf Zweifel an der Authentizität der Geschichte aufkamen. “So sind im Sperrgebiet nur geschlossene Fahrzeuge erlaubt. Es fand sich ein Fremdenführer, der aussagte Filatova auf bei geführten Bustour begleitet zu haben, wo sie mit Bikerjacke und Helm posierte. Teilweise konnten die Fotos auch bereits erschienenen Bildbänden zugeordnet werden.”
Unabhängig davon, wie die Fotos entstanden sind, sind sie ein spannendes Dokument einer der größten Katastrophen unserer jungen Vergangenheit. Die “dichterische Freiheit”, die sich die Autorin hier genommen hat, verzeihen wir ihr gerne. Sie sieht das ganze übrigens als Poesie an. Darüber urteilt man besser selbst. Das Schöne am Schrecken hat aber dennoch Manchen fasziniert. Ich hoffe die abschreckende Wirkung der Bilder überwiegt.

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Nuclear War

Datum: 30. Juli 2008 | Kategorie: Computer- und Videospiele

1989 brachte New World Computing für den Amiga das rundenbasierte Strategiespiel Nuclear War heraus. Ähnlich wie beim gleichnahmigen Kartenspiel (!) gilt es, die Gegner mit geschickten Zügen zu besiegen. Der Gewinner ist der, der noch am meisten Überlebende vorweisen kann. Diese Regelung ist auch in DEFCON enthalten. Read more

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Endzeitcomputerspiele: Fallout und The Fall

Datum: 6. Juli 2008 | Kategorie: Allgemein,Computer- und Videospiele

post-1-1159558638.jpgEin Klassiker ist die bekannte Endzeitrollenspielreihe Fallout. 1997 von Interplay entwickelt und demnächst von Bethesda in einer aktuellen Version neu aufgesetzt.

Fallout erzählt die Geschichte von den Menschen, die versuchen auf der unwirtsamen verstrahlten Erde zu überleben. Die Gesellschaft ist ebenso kaputt wie der Planet. Weite Wüsten erstrecken sich über die einst grüne Erde. Der radioaktive Regen (Fallout) brachte den Tod auch in die Bereiche, die nicht von Atombombendetonationen betroffen waren. Viele Menschen sammelten sich in Atombunkern, um auszuharren. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Überlebenden, der zahlreiche Abenteuer in dieser postapokalyptischen Dystopie bestehen muss. Er muss den schützenden Bunker verlassen und sich auf die Suche nach genießbaren Wasser machen.

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Der zweite Teil wurde von einem anderen Team entwickelt und erweiterte die Spielgröße und -handlung. Ein ganzes Dorf soll vor dem Vertrocknen gerettet werden. Fallout 2 enthielt wieder den typischen makaberen Humor, diesmal sogar derart verstärkt, dass nicht jeder mit den popkulturellen Anspielungen zufrieden war.

f3.jpgNun liegen die Rechte an Fallout bei Bethesda und Fallout 3 steht vor der Tür. Die postapokalyptische Umgebung wird nun dreidimensional dargestellt und ist umso immersiver (Oblivion-Engine). Es bleibt spannend, ob der dritte Teil inhaltlich mit dem ersten mithalten kann. Rollenspieler sorgen sich um die Spieltiefe und haben zu Recht die Befürchtung, dass nun immer mehr die Action im Vodergrund stehen könnte. Grafisch macht das Spiel schon jetzt einiges her. Grau in grau, trist und trostlos – so stellt man sich die Endzeit vor.

Aus deutschem Hause stammt The Fall, dass sich ebenfalls der Endzeitthematik annimmt. Wie in Rollenspielen damals üblich, wird rundenbasiert gekämpft. Ganz anders in Fallout 3: Hier kommt es auf die Geschicklichkeit des Spielers an, der seinen Helden über die Schulter schaut und in Kampsituationen selbst den Hebel zieht.

The Fall hatte einen mittelprächtigen Start, wurde nun aber runderneuert und ist sehr günstig zu erwerben. Für Rollenspielstrategen mit Faible für Endzeitatmosphäre also einen Blick wert. Die beiden ersten Falloutspiele sind auch günstig zu schießen und gerade der erste Teil bietet eine gehaltvolle Hintergrundgeschichte. An die Grafik von damals muss man sich allerdings etwas gewöhnen.

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Barfuß durch Hiroshima (Manga, 1973-1985)

Datum: 16. Juni 2008 | Kategorie: Comics

Atomic CloudBarfuß durch Hiroshima ist ein Manga-Comic des japanischen Zeichners Keiji Nakazawa. Dieser überlebte den Atombombenabwurf und verarbeitet sein Leben in Form autobiografisch gefärbter Mangas. Die verschiedenen Teile erzählen die Zeit vor dem Abwurf, als seine Familie trotz Krieg noch zusammenlebte, den Atombombenabwurf, der das Haus zerstörte und Trümmer seine zwei Geschwister und den Vater begruben und die Zeit danach. Gen (so nennt der Autor die Figur, die ihm entspricht) und seine hochschwangere Mutter überlebten nämlich und auf der Flucht aus dem Gebiet des Sterbens und der Zerstörung wird sein Schwesterchen geboren. Auf der Suche nach Nahrung werden sie weiter mit den Folgen der Atombombe konfrontiert: Massensterben und Strahlung. Die Comics wurden als zwei Anime-Filme umgesetzt, es gibt ein Theaterstück und eine Hörspielfassung. Der vielfach gelobte Comic ist verstörend und sehr bewegend. Diese künstlerische Auseinandersetzung des Zeitzeugen mit der Apokalypse ist absolut empfehlenswert. Einen besonders ausführlichen Artikel gibt es bei Wikipedia. Ich schrieb diesen Beitrag übrigens in Hannover, der Partnerstadt von Hiroshima. In Hannover gab es vor einigen Jahren auch eine kleine Ausstellung die Keiji Nakazawa als Ehrengast besuchte. [CHR]

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Hallo Welt!

Datum: 10. Juni 2008 | Kategorie: Allgemein

invader-blue.pngIch bin nun offiziell mit an Bord des postapokalyptischen Recherche- und Forschungskreuzers. Mein Fachgebiet ist die psychologische Medienwirkungsforschung, privat interessiere ich mich für Science-Fiction und arbeite in meiner knappen Freizeit an einem Roman, der nach der Apokalypse spielt.

Mehr wird jetzt aber noch nicht verraten ;)

Schöne Grüße an alle Leser,
Christian Roth | DigitaleWelten.net

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